14.12. – Lesung: Anja Peters: Eine Biographie der Reichshebammenführerin Nanna Conti (1881-1951)

Anja Peters: Eine Biographie der Reichshebammenführerin Nanna Conti (1881-1951).
Lesung und Diskussion – ab 18.30 Uhr

„Beeinflußt durch übelste Werbung waren viele Frauen nicht mehr bereit, dem deutschen Volke Kinder zu schenken.“
Die Reichshebammenführerin Nanna Conti wollte in Alt-Rehse aus jeder Hebamme eine „glühende Vorkämpferin für das Dritte Reich” machen. Sie war eine Täterin des Nationalsozialismus, die bislang weitgehend unbekannt ist.
In ihrer Funktion hat sie das Reichshebammengesetz durchgedrückt, das bis heute Auswirkungen hat. Das Gesetz ist die Grundlage dafür, dass die Verantwortung bei Geburten bis heute in Deutschland und Österreich bei den Hebammen liegt.Deshalb war der Name Conti in der Hebammenschaft auch lange Zeit positiv besetzt. Dass mit demselben Gesetz jüdische und oppositionelle Hebammen vom Beruf ausgeschlossen wurden, wurde lange Zeit verdrängt.

Die Neubrandenburger Medizin-Historikerin Anja Peters hat dazu eine Biographie geschrieben, die Sie uns in diesem Zusammenhang genauer vorstellen wird.